Partnerschaft Leipzig

Partnergemeinde Leipzig-Waren

40 Jahre Gemeindepartnerschaft mit Leipzig-Wahren

 Vor 40 Jahren, im Juni 1975, begann unsere Partnerschaft mit der Kirchengemeinde Leipzig-Wahren. Warum, fragen sich viele junge Menschen heute, hat man eine Partnerschaft mit einer anderen deutschen Gemeinde?

Partnerschaft mit Gemeinden im Kongo oder in Brasilien, ja, das kennen wir. Städtepartnerschaften mit Gemeinden in Frankreich oder Polen, ja, auch das ist bekannt. Aber mit Leipzig?

Damals war das vermutlich das Spannenste, was es gab. Leipzig war zwar nicht Ausland, aber irgendwie doch ganz weit weg, nämlich DDR. Und eine Fahrt dorthin war meist abenteuerlich und voller Unwägbarkeiten: Grenzkontrollen, Zwangsumtausch, bürokratische Anmeldungen nach Erreichen des Zieles, Bespitzelungen ...

Die Partnerschaft mit der dortigen Wahrener Gemeinde entwickelte sich über die Jahre zu einer großen Freundschaft. Seit 1981 fährt unser Posaunenchor eigentlich jedes Jahr nach Leipzig und schmückt mit Musik Gottesdienste und Gemeindefeste aus. Seit vielen Jahren nehmen Senioren und Seniorinnen unserer Gemeinde zusammen mit den Älteren aus Wahren an Seniorenfreizeiten hüben und drüben teil. Und manch einer von uns hat schöne private und freundschaftliche Beziehungen zu Menschen dort geschlossen.

 Und heute? Leipzig ist uns so nahe wie Dortmund oder Kassel. Leipzig liegt nicht mehr hinter einem eisernen Vorhang. Brauchen wir heute noch diese Partnerschaft? Wie ist das mit uns Jüngeren hier und dort? Haben wir heute nicht ganz andere Sorgen und Arbeitsschwerpunkte in unseren Gemeinden?

 Sicher ist, dass wir die Partnerschaft unserer Gemeinden ganz neu aufstellen müssen, ganz neu begründen wollen. Es geht nicht mehr um Ost und West.

Es geht aber immer noch um unsere Kirchengemeinden, die sich in diesen Zeiten ganz stark verändern. Die Leipziger spüren das viel rasanter, denn in den letzten Jahren hat es dort Fusionen von Gemeinden gegeben, wurden Stellen gestrichen, neue Strukturen aufgebaut. Wie ist das eigentlich, wenn man den christlichen Glauben in einer Stadt verkündigt, wo vielleicht nur noch 15 oder 20 % der Menschen sich zum christlichen Glauben bekennen? Wie predigt man in so einer Situation? Wie wird Kirche und gemeindliches Leben dort eigentlich wahr genommen?

Und dann wird es auch für uns ganz spannend. Ich werde neugierig, weil ich spüre, dass unsere Leipziger Geschwister jetzt schon mit Problemen und Herausforderungen zu tun haben, die uns hier in Fallingbostel vermutlich erst noch bevorstehen. Kurz: wir können von einander lernen, vergleichen, ergänzen - wenn wir das wollen.

Im März waren beide Pastoren, Helge Vogt und Michael Guenz zusammen mit Frau Franke zu Besuch in Bad Fallingbostel. Das war eine schöne Begegnung und macht Lust und Hunger auf mehr Begegnungen und Besuche. Wir müssen und wollen einander dabei ganz neu entdecken und dann mal schauen ...

Ich würde mich freuen, wenn Menschen aus unserer Gemeinde beim Lesen dieser Zeilen sagen würden: Wow, das ist toll, das interessiert mich! Da will ich mit einsteigen. Sie oder Du seid herzlich willkommen.

Pastor Torsten Schoppe

 

 

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