Expedition zum Ich - in 40 Tagen durch die Bibel

Nachricht Bad Fallingbostel, Bommelsen, Dorfmark, 23. August 2018

Und es sind noch Plätze frei...

Kennen Sie sich? Kennen Sie die Bibel? Angenommen, Sie wären Gottes Geschöpf. Gott hätte Sie gemacht und er hätte einen Plan mit Ihnen. Angenommen, Glück wäre, nach diesem Plan Gottes zu leben. Was würden Sie dafür tun, diesen Plan rauszubekommen?

Wir laden Sie dazu ein, sich 40 Tage auf eine Expedition einzulassen. Wir tun einmal so, als wenn es Gott tatsächlich gäbe. Wer bin ich? Wer ist Gott? Drei Wochen vor den Herbstferien – drei Wochen nach den Herbstferien. Lesen – sich austauschen – Gottesdienst feiern.

Die Expedition lädt ein, in der Bibel Antworten auf unsere Fragen zu finden. Jede/r Teilnehmende bekommt zur Orientierung für die Expedition ein Buch. Darin gibt es für 40 Tage Abschnitte. An jedem Tag gibt es etwas zu lesen. In diesen 40 Tagen treffen sich einzelne überschaubare Expeditionsteams (6-12 Personen) einmal in der Woche. Der Wochentag ist frei wählbar. Am Sonntag treffen sich alle zusammen im Gottesdienst, dem Basislager. Hier wird das Thema der vergangenen Woche noch einmal aufbereitet. Nach dem Gottesdienst besteht die Möglichkeit zum Austausch beim gemeinsamen Mittagessen.

Wir würden uns freuen, wenn Sie dabei wären!

Pastor Peter Gundlack

6 Fragen, 6 Antworten?

Wo komme ich her? Warum bin ich eigentlich hier? Und wohin bin ich unterwegs? Sind das nicht Fragen, die sich jeder einmal im Laufe seines Lebens stellt? Und wenn wir lieber mit dem Strom auf dem Wasser weiterschwimmen wollen, anstatt auch mal den Blick in die Tiefe zu wagen, lenken wir uns schnell wieder von diesen Fragen ab.
Ich nicht! Ich möchte gerne ein Tiefgänger sein. Ich will diesen Fragen auf den Grund gehen. Darum habe auch ich mich in diesem Jahr auf den Pilgerweg nach Santiago de Compostela gemacht. Wer bin ich? Wenn ich diese Frage ernst nehme, weist sie mich auf meinen Urheber zurück. Wer ist oder sind meine Urheber? Da sind natürlich erst einmal meine Eltern. Sie haben sich gefunden, sich lieben gelernt, das Leben geteilt und Früchte geerntet und ins Leben hineinbegleitet: meine beiden Geschwister und mich als Mittlerer. Diese Position hat sicherlich viel für mein Leben bedeutet.
Wer bin ich wirklich? Diese Frage entscheidet sich auch daran, ob es einen Gott gibt oder nicht. Wenn es ihn gibt, schenkt er das Leben, gibt er dem Leben einen Sinn, hat er einen Plan für dieses Leben, bin ich Teil dieses Planes, könnte Glück bedeuten, entsprechend dem Plan Gottes für mich zu leben. Spüren Sie, die Frage nach meinem ICH beinhaltet zutiefst die Frage nach Gott? Ich glaube an diesen Gott. Ich glaube an Gott, so wie Jesus Christus ihn uns vorstellt. Darum glaube ich an einen Gott, der ganz viel mit Liebe zu tun hat. Vielleicht ist es gerade die Liebe, die diese Welt zusammenhält und sie immer noch nicht hat untergehen lassen. Ich möchte ein Tiefgänger sein. Ich möchte mehr über mich selbst erfahren. Geht es Ihnen genauso? Dann machen Sie mit bei der Expedition zum Ich!

Pastor Peter Gundlack

Ich lasse meinen Gedanken freien Lauf. Sie ziehen dahin wie Wolken. Die Gedanken sind frei. Sie wandern zu Orten, die ich mag. In meinen Gedanken gehe ich vertraute Wege. Ich blicke von der Steilküste über das Meer, rieche das Salz und den Tang, spüre die Wärme der Sonne auf meiner Haut. Ein Stück Freiheit im Alltag. Bin ich frei? Oft bestimmen mich Termine und Aufgaben. Aber ich habe meinen Beruf frei gewählt. Bin ich frei? Manchmal fühle ich mich wie auf dem Prüfstand. Dabei möchte ich viel unabhängiger von der Meinung der anderen sein. Bin ich frei? Im Herbst werden wir uns wieder auf Expedition begeben. Dieses Mal kommen wir uns selbst auf die Spur – auch unserer Freiheit. Paulus schreibt: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit.“

Pastorin Heike Burkert

„Der Mensch denkt, und Gott lenkt“ - so lautet ein oft zitiertes geflügeltes Wort. Meistens wird es in dem Sinne verstanden, dass wir Menschen uns noch so viel vornehmen oder überlegen können - und Gott es dann dennoch völlig anders geschehen lässt. Dem Satz kann jedoch auch eine weitere Bedeutung beigemessen werden: Gott lenkt zwar - manche nennen es dann Bestimmung, Schicksal oder Vorsehung -, aber der Mensch ist frei im Denken und in letzter Konsequenz auch ungebunden im Handeln, quasi als Ergebnis eines eigenen, freien Denkprozesses. Doch wenn das so ist: Was bestimmt dann unser Handeln als Menschen, als Gottes Kinder? Was bestimmt mein Handeln als (gläubiges) Individuum? Nehmen wir die Freiheit an: wir sind keine Marionetten in einem abgekarteten Spiel. Es steht nicht alles vorher fest, sozusagen wie in einem fertigen Drehbuch Gottes. Gott gibt uns die Gelegenheit, frei nach eigenem Maßstab zu handeln. Eine große Verantwortung, aber gerade das macht unsere Freiheit aus. Dazu gehört auch, den Maßstab unseres Handelns selbst zu wählen. Dieser Maßstab kann zum Beispiel theologisch durch Gottes Gebote getrieben sein, sich an einer bestimmten menschengemachten Rechtsordnung orientieren (z.B. an unserer Verfassung), am eigenen subjektivem Empfinden („gesunder Menschenverstand“) ausgerichtet sein, wir können aus Liebe handeln oder auch  - ganz egoistisch - vor allem den eigenen Vorteil im Blick haben. Er kann auch eine stimmige Mischung aus allem sein, zumindest was die ersten vier genannten Alternativen angeht. Ergo: Ob wir einen bestimmten Wertekanon unserem Handeln zugrunde legen, ob es Nächstenliebe ist, wir aus Gleichgültigkeit, Habgier, Fürsorge oder aus unserem eigenen Gerechtigkeitsempfinden heraus handeln: Wir und unsere Umwelt müssen mit unserem Handeln leben können, und wir sollten in der Lage sein uns dafür zu rechtfertigen – nicht zuletzt vor Gott. Das flößt uns Ehrfurcht ein, ist aber auch tröstliche Gewissheit: Gott traut uns diese Eigenverantwortung in der Wahl unseres Handelns und auch in der Wahl unseres Handlungsmaßstabes zu, und das macht uns zu frei handelnden Menschen - im wahrsten Wortsinne handeln wir bestenfalls nach Gottes Willen, und wenn nicht - um Gottes Willen! - dann sind wir selbst Rechenschaft schuldig, in der Hoffnung, dass Gott und die Mitmenschen unser Handeln verstehen und gegebenenfalls auch verzeihen können. Also, trauen wir uns etwas zu, Gott tut es auch.

Michael Krohn

Ein wichtiger Weg zum Herzen Gottes und von Gottes Herz zu uns ist das Gebet. Doch wissen viele nicht, wie sie es anfangen sollen, zu beten. Sollte man Kurse belegen, um zu sich selbst, zu Gott, zu finden? Wie sehen Gebete aus? Gibt es Regeln? Auf der anderen Seite denken viele: Beten - das nützt doch sowieso nichts. Ich habe Gott noch nie gehört; er hat mir noch nie geholfen; ich habe andere Dinge zu tun, die wichtiger sind; ich habe keine Zeit zum Beten.
Das Wesen unseres christlichen Glaubens liegt nicht in der Summe unserer Glaubensauffassungen oder theologischer Wahrheiten. Es ist auch nicht die Erfüllung bestimmter geistlicher Pflichtübungen; es erschöpft sich weder im Beachten der Gebote noch in der regelmäßigen Wiederholung des Glaubensbekenntnisses. Der christliche Glaube ist die vertrauensvolle Beziehung des Menschen zu Gotte über Jesus Christus. Beziehungen sind sehr unterschiedlich und ändern sich: Sie wachsen, schrumpfen, können kaputt gehen. Beziehungen können tief und intensiv, aber auch oberflächlich und beiläufig sein. Als Anschauung können uns die gleichen Voraussetzungen, die auch für zwischenmenschliche Beziehungen bestimmend sind, dienen. Wir brauchen Zeit füreinander. Wo man keine Zeit mehr füreinander hat, ist die Beziehung in Gefahr und droht zu zerbrechen. Man hat Zeit für vieles, für seine Hobbys, für die Arbeit, für sein Ehrenamt..., aber die wichtigste Zeit ist die Zeit, die wir für unsere Allernächsten haben - für unseren Ehepartner, unsere Kinder und eben auch für Gott. Eine weitere Bedingung für eine gute Beziehung ist, dass man miteinander spricht. Solange Menschen miteinander sprechen, ist Austausch da. Wenn Menschen einander nichts mehr zu sagen haben, ist das ein sicheres Anzeichen dafür, dass die Beziehung in die Brüche geht. Beziehung braucht auch Interesse an der anderen Person. Wie geht es dir? Was kann ich für dich tun? Was kann ich zu deinem Wohlbefinden beitragen? Welche Interessen können wir miteinander teilen? Was stärkt unsere Freundschaft? Beziehung braucht Respekt. Ich respektiere dich in deiner Art und ich möchte gerne respektiert werden in meiner Art.  
Beziehung braucht Wertschätzung. Ich finde dich gut, auch wo du anders bist, anders handelst. Dasselbe gilt auch für unsere Beziehung zu Gott. Ich brauche Zeit für ihn, wir brauchen Zeit miteinander. Nehmen wir uns also Zeit zum Gebet, um Gottes Gegenwart erfahren zu können. Gott ist aber ein rein geistiges Wesen, wir können ihn nicht sehen. Die materiellen Dinge nehmen unsere Aufmerksamkeit leichter gefangen als eben Gott das tut, der unsichtbar ist. Deshalb kostet es uns jedes Mal neu Mühe, uns zu Gott aufzumachen. Aber sind wir Menschen nicht ebenfalls, zumindest anteilig, Geist? Wir denken, wir führen innerlich ein Gespräch, wir treffen Entscheidungen. In uns ist der Ort - unser Gewissen, unser Wille, unsere Vernunft - an dem wir mit Gott sprechen können. Ist dort Gott vielleicht gegenwärtig? Augustinus hat in seinen Bekenntnissen geschrieben, dass er Gott lange Zeit außerhalb von sich gesucht hat. Zuerst hat er die materiellen Dinge befragt. Er hat das Meer befragt: "Bist du Gott?" Das Meer antwortete ihm: "Ich bin nicht Gott, Er hat mich gemacht." Er befragte die Berge und die Wälder und die Flure und die Tiere, und alle antworteten immer in der gleichen Weise: "Wir sind nicht Gott, Er hat uns gemacht." Langsam begriff Augustinus, dass er Gott nicht irgendwo außerhalb seiner selbst suchen muss, sondern in seiner Seele, wo Gott seit seiner Taufe gegenwärtig ist. Gott kommt in der Taufe zu uns und er bleibt als geistiges Wesen in unserer Seele wirklich da. Und so können wir in unserem Geist zu ihm und mit ihm sprechen und eine Beziehung zu ihm aufbauen und bewahren.

Götz Bockfeld

Er war Elektriker. In der Kirche mussten Kabel neu verlegt werden und er bekam den Auftrag. Er war schon lange nicht mehr in der Kirche gewesen. Vor Jahren war er ausgetreten - wegen des Geldes. Es bedeutete ihm auch nichts, dachte er. Nun hatte er diesen Auftrag. Nach ein paar Tagen rief er die Pastorin an. „Haben Sie mal Zeit? Können wir mal reden.“ Bei dem Gespräch sagte er: „Ich möchte wieder in die Kirche eintreten. In der letzten Woche bin ich nach getaner Arbeit immer noch ein paar Minuten in der Kirche sitzen geblieben. Mein Glauben braucht ein Zuhause.“ Wo gehöre ich hin? Wie verortet sich mein Glaube? Mit wem teile ich ihn? Ich bin gespannt, welche Antworten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Herbstexpedition für sich finden. Jesus sagt: „In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen.“

Heike Burkert

„Dass einer dem Tod ein Schnippchen schlägt und dabei fröhlich andeutet: ‚Das schafft ihr auch!‘ ist die schönste Pointe der Menschheitsgeschichte – und sie verwirrte verständlicherweise nicht nur die Augenzeugen der Auferstehung. Einerseits hatte noch nie ein Toter das Grab lebend wieder verlassen, andererseits war diese Behauptung so unglaublich persönlich. Warum? Weil die Frage, ob es nach dem Tod irgendwie weitergeht, wohl eine der am meisten verdrängten und zugleich die unausweichlichste aller menschlichen Fragen ist.“

So beginnt das letzte Kapitel unserer „Expedition“. Wohin gehe ich nach diesem irdischen Leben? Die Antwort hängt zutiefst davon ab, ob es Gott gibt oder nicht! Der Vater Jesu hat uns durch seinen Sohn gezeigt, wo es – oder besser: wo wir hingehen können. Er ist nämlich vorausgegangen, uns eine Wohnung zu bereiten. Aber will ich das glauben? Kann ich das glauben? Und wenn ja, was muss ich tun, um dort hinzugelangen? Die „Expedition“ lädt ein, sich 40 Tage darauf einzulassen, als wenn es den Gott der Bibel gäbe. Vielleicht ändert dieses Experiment alles. Denn – wer sich auf Gott einlässt, kann etwas erleben, wird etwas erleben. Lassen Sie uns gemeinsam Erfahrungen sammeln.

Peter Gundlack

Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der ev.-luth. Kirchengemeinden Bad Fallingbostel, Bommelsen und Dorfmark.

Kontakt & Anmeldung

Pastor Peter Gundlack
Pastor Peter Gundlack
Tel.: 05162 900222