Weg des Erinnerns

Veranstaltung Bad Fallingbostel / Oerbke, 20. November 2019

Am 20.11.2019, 9:30 Uhr

Im Jahr 1941 wurde das Stalag XI D (Oerbke) für sowjetische Kriegsgefangene eingerichtet. Bis zum Frühjahr 1942 führten Hunger, Kälte und Krankheiten zum Tod von mindestens 12.000 Gefangenen.

Am westlichen Rand des Truppenübungsplatzes Bergen befindet sich seitdem der Friedhof der Namenlosen mit den Opfern der zwei Kriegsgefangenenlager Fallingbostel und Oerbke. Dort sind insgesamt etwa 30.000 sowjetische Kriegsgefangene zumeist in Massengräbern sowie 232 Soldaten verschiedener Nationen in Einzelgräbern bestattet, die zwischen 1940 und 1945 in den beiden Lagern starben.

1986 übernahm die jetzige Oberschule Bad Fallingbostel die Patenschaft für die Kriegsgräberstätte Oerbke. Seitdem gehen Schüler nach unterrichtlicher Vorbereitung ein Mal im Jahr nach Oerbke, um die Grabsteine zu säubern. Im Jahr 2007 wurde am Buß- und Bettag in Zusammenarbeit mit ortsansässigen Organisationen das Projekt „Weg des Erinnerns“ begonnen. Teilnehmer sind die Schüler der 10. Klassen, Lehrer, Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft, Kirchenvertreter und interessierte Bürger.

Vom Güterbahnhof Bad Fallingbostel (Bahnhofsrampe, "Am Weinberg") folgen die Teilnehmer dem Weg, den die durch Hunger und katastrophale Transportbedingungen geschwächten sowjetischen Kriegsgefangenen zum Lager Oerbke gehen mussten. In der Vorbereitungsphase erstellen die Schüler Tontafeln mit den Namen und Lebensdaten der Opfer. Die Namen werden am Buß- und Bettag am Ehrenmal vorgetragen, um die Toten aus ihrer Anonymität zu holen und ihre Würde wiederherzustellen. Die Tontafeln werden auf dem Friedhof an Holzstelen befestigt.